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Nov 29
2009
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Wenn Sutherland Travels süchtig macht …geschrieben von: admin on Nov 29, 2009 getagged in: nicht getagged
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Es gibt ein paar Dinge, die man im Leben gemacht haben muss. Wenigstens einmal im Leben sollte jeder mit Sutherland Travels in Großbritannien gewesen sein. Ich war fünf Mal dabei und bereue keine einzige Minute, am liebsten würde ich noch weitere fünf Male mitfahren, wenn nicht noch öfters.
Trotz einer strengen Diät, die ich einhalten muss, hat Herr Sutherland es immer geschafft eine Gastfamilie zu finden, in der es keine Probleme mit meiner Ernährung gab. Einmal hatte ich sogar die Chance, das wunderbare Essen in Hurst Lodge zu kosten.
Als ich das erste Mal im Sommer 2005 mit nach Reading fuhr hatte ich sehr starke Zweifel ob ich mich verständigen könne und vor allem ob es mit meiner Diät klappen würde. Ich wusste nur, dass meine Gastmutter eine ähnliche Diät lebt, aber mehr auch nicht. Der Informationsabend und auch viele liebe Gespräche im Forum und Chat haben meine Vorfreude immer mehr gesteigert. Als wir eines Samstag morgens in Limburg abfuhren waren alle Zweifel verschwunden, und die Vorfreude siegte. Nach langer Fahrt kam ich abends erschöpft, aber glücklich an. Meine Gastfamilie lies sich nicht viel Zeit und schloss mich und meine Zimmergenossin in die Arme.
Wir wohnten in Woodley bei einem älteren Ehepaar, das Kartoffeln über alles liebt, aber das tun (glaube ich) alle Briten, denn es gab immer und überall reichlich Kartoffeln zu essen. Unsere Gastmutter war für das Essen zuständig. Sie verbrachte Stunden in der Küche um uns jeden Abend ein rechhaltiges und unglaublich leckeres Dinner servieren zu können
Am Montag fing nach einem Tag mit der Familie endlich der Unterricht an. Wir wurden danach eingeteilt, wie viele Schuljahre wir bereits die englische Sprache gelernt hatte. Ich hatte bei einem unglaublich lustigen Mann namens Michael Unterricht. Vor meinem ersten Unterrichtstag konnte ich mir nicht vorstellen wie der Unterricht sein wird, nach dem ersten Tag war mir jedoch klar, dass die zwei Wochen sehr unterhaltsam sein werden. Den steifen Englischunterricht hatte ich in Deutschland zurück gelassen, denn bei Michael brachten wir die Geschichten zum Leben und auch Ereignisse, die wir während unseres Aufenthaltes erlebten, sorgten für genügend Gesprächsstoff. So warf meine Gastfamilie jeden Abend die Reste des Essens, da nicht aufgehoben wurde, in den Garten unter einen Baum, für die Vögel, wie sie sagten. Jedoch beschwerten sie sich auch über die Nachbarskatze Lilly, die immer fetter wurde und welche sie immer von den Essensresten vertreiben mussten, damit auch ja die Vögel den Gemüserest oder das angegessene Stück Apfelkuchen bekamen und nicht die Katze. Die zwei Wochen vergingen wie im Fluge. Bis auf sonntags waren wir jeden Tag unterwegs und entdeckten von London bis Brighton über Oxford, Bath und Windsor täglich Neues. Für mich war jedes Mal der Musicalbesuch das absolute High light.
Viel zu meinen positiven Erlebnissen haben auch die Betreuer beigetragen. Nicht nur mit einem super Tagesprogramm, tollen Lehrern und dem Unterricht sollte ein Reiseveranstalter glänzen, sondern auch mit den alltäglichen Kontaktpersonen und das sind unter anderem die Betreuer. Sie hatten immer ein offenes Ohr und konnten fast jede Frage beantworten, bis auf eine, wo genau die Wettergrenzen verlaufen. Die Frage hat sich selbst nach dem fünften Mal noch nicht geklärt. Macht nichts, aber an der Stelle möchte ich alle um Entschuldigung bitte, die ich mit dieser Frage gequält habe.
Nach dieser Frage und meiner Anmeldung für meine zweite Fahrt mit Sutherland Travels wurden die Betreuer schon vor mir und meinen Fragen vorgewarnt. Trotzdem waren sie gewillt, mir jede Frage zu beantworten, sofern sie es konnten. Beim zweiten Mal ging es wieder in meine erste Gastfamilie, die ich mittlerweile sehr ins Herz geschlossen hatte. Weil alles so schön war, durfte natürlich auch kein drittes Mal bei der Gastfamilie mehr fehlen. Mittlerweile kannte ich einige Betreuer und Busfahrer und durfte das erste Mal Herrn Sutherlands legendären und für mich weltbesten Englischunterricht miterleben. Es war unglaublich, was ich bei ihm alles für die Abitursvorbereitung lernte. Bei jeder mir aufkommenden Frage genügt ein Blick in die Aufzeichnungen und es ist mir, als wäre es gestern, als er, nach dem er morgens einen Laptop auspackte, der täglich wechselnde Protokollant seine Arbeit aufnahm, Herrn Sutherland seine mysteriöse und unheilbare Krankheit überfiel, die ihn daran hinderte, während des Unterrichts deutsch zu sprechen und er ganz entsetzt fragte: „oh suggar I forgot my paper … what are the ten points of the present continous?“ Sobald ich in der Schule sitze und mir über irgendwelche grammatikalischen oder stilistischen Dinge Gedanken mache habe ich immer Herrn Sutherland im Kopf und die Erinnerungen werden wach von dem was ich lernte und meist löst sich damit auch das Problem.
Würde ich sagen, dass es wunderschön war und ich ausgerechnet deswegen auch ein viertes Mal mitfuhr, wäre es gelogen, denn es war nicht nur wunderschön sondern phantastisch. Während meiner dritten Fahrt hatte ich meinen 18. Geburtstag in Großbritannien mit meiner Gastfamilie gefeiert und so beschloss ich auch Ostern mal dort zu verbringen. Beladen mit Osternestern, Ostereiern und Osterhasen machte ich mich auf den Weg.
Zwei kleine Veränderungen gab es diese Mal schon. Ich lernte eine neue Gastfamilie kennen und ich kannte sämtliche Betreuer und Lehrer. Es war für mich schon etwas merkwürdig auf eine neue Gastfamilie zu treffen, aber es war auch eine schöne neue Erfahrung, das Leben einer anderen Gastfamilie kennenzulernen. Es ist eine ebenso offene, freundliche und aufgeschlossene Familie wie die andere. Sie banden mich und meine Zimmergenossin in jede Aktivität ein. Sei es ins Kochen, der Spaziergang mit dem Hund oder beim Einkaufen. Wenn man den Gastfamilien ebenfalls offen begegnet und sich auch für diese interessiert, sollte es niemandem schwer fallen, sich gut in seine Gastfamilie einzuleben. Ostern war insbesondere für mich sehr schön, da ich das Betreuerteam untereinander super harmonierte und sich diese positive Stimmung auch auf die Teilnehmer übertrug. Was soll ich groß noch zu Herrn Sutherlands Unterricht sagen? Mann muss ihn einfach selbst erlebt haben, ihn zu beschreiben ist sehr schwer. Allein seine Interpretationsmöglichkeiten von Punkten, Kreisen, die nicht geschlossen sind, u.ä. ist sehr vielfältig und später auch im Deutsch-, Geschichts-, PoWi- und Philosophieunterricht anwendbar. Das ist mit der englischen Grammatik zwar nicht so, aber nach zwei Wochen Unterricht ist man auf alle Fälle wesentlich schlauer als vorher. An Ostern durfte ich als Dauerprotokollantin alles mitschreiben und konnte auch so direkt das Protokollieren erlernen.
Während der Osternfahrt besichtigten zwei Betreuer das neue College Hurst Lodge. Sie konnten zu diesem Zeitpunkt schon viel Gutes hierüber erzählen und freuten sich auf den Sommer am College. Dort sagte man, dass es so flexibel sei auch auf diverse Ernährungseinschränkungen einzugehen. Das kann ich nur bestätigen. Da ich schon bereits seit längerem ans College wollte, aber es über einen gewissen Zeitraum keine College für Sutherland Travels gab, durfte ich in der ersten Gruppe dabei sein, die nur ein paar Wochen später ans College Hurst Lodge fuhr.
Hurst Lodge lässt sich schwer in ein paar Worte fassen. Das Gebäude allein ist schon unglaublich, es ist ein alter verwinkelter Bau, der alles enthält, was eine Reisegruppe für zwei Wochen benötigt, inklusive Sportplatz, Schwimmbecken, große Wiesenflächen, einem Internetraum, einem Aufenthaltsraum und vieles mehr. Beeindruckend an dem Gebäude fand ich vor allem die Technik, die die Ingenieure bei den Duschen verwendeten.
Als ich anfing, den Reisebericht zu schreiben, dachte ich, es wäre am Einfachsten über das neuste Ereignis und damit über die Fahrt nach Hurst Lodge zu schreiben, doch ich musste feststellen, dass es gar nicht so einfach ist. Ich halte so viele Eindrücke gewonnen, dass ich mich hätte tot schreiben können. Gerade im College konnte man nicht auf jeden Geschmackswunsch eingehen, aber für jeden Geschmack hat sich etwas gefunden, denn das Küchenteam gab sich sehr viel Mühe. Mir hat das Essen sehr gut geschmeckt. Ich muss vor allem die Freundlichkeit des Küchenteams loben, sie waren sehr hilfsbereit und gaben sich äußerst viel Mühe, wenn man nett fragte. Wenn man mit einer Person am College redet, redet man kurz danach mit allen, zumindest mir erging es so. Der Hausmeister ist ebenso toll wie das Küchenteam. Wenn man sich auch etwas mehr mit den dortigen Personen beschäftigt, lässt es sich auch heraus finden, dass der Hausmeister die Gebärdensprache spricht, deren Grundzüge man an einem Nachmittag am College auch erlernen konnte. Was mich jedoch wunderte war, dass das Küchenpersonal, der Hausmeister und noch ein paar weitere Personen des Colleges schon am zweiten Tag meinen Namen kannten.
Mir fallen noch so viele positive Dinge ein, dass ich noch viele Zeilen füllen könnte, aber da Lahs jetzt schon im Inneren über die Textmenge stöhnt, werde ich zum Ende kommen. Allerdings sollte ich Sarah nicht vergessen, die ich bis jetzt noch nicht erwähnte, denn sie durfte immer, wenn Herr Sutherland es nicht schaffe, seinen Unterricht auch am Nachmittag zu führen, einspringen. Ich finde es super, wie sie den Unterricht mit ihrer ruhigen Art gestaltete.
Vielen Dank an alle, die mir eine wunderschöne Zeit in England ermöglichten. Ich hoffe, dass es noch ganz viele Schüler/innen gibt, die eine ebenso schöne Zeit haben werden, wie ich sie hatte.
Corinna
